Faschistische Aktivitäten in der Region Heilbronn 2012


Antifaschistisch ins neue Jahr!

In dieser Veröffentlichung dokumentieren wir nun bereits zum dritten Mal in einer chronologischen Zusammenfassung Aktionen der faschistischen Szene in der Region Heilbronn. Selbstverständlich wieder ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wir betrachten die Recherche über und die Dokumentation von Naziaktivitäten weiterhin als eine wichtige Grundlage für effektive antifaschistische Politik. Dies gilt insbesondere nach dem Bekanntwerden der Verstrickungen deutscher Geheimdienste mit den mordenden Faschisten des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) und insbesondere in einer Stadt wie Heilbronn, die Schauplatz eines NSU- Mordes wurde und seit Jahren faschistische Gruppen verharmlost, verschweigt, ihre Aufmärsche verheimlicht und stattdessen AntifaschistInnen kriminalisiert.

Es ist deshalb erfreulich, dass im Jahr 2012 der Aufbau antifaschistischer und linker Strukturen in der Region deutlich voran gekommen ist. Es gab die verschiedensten Aktionen gegen Nazis – von einer Kundgebungstour in 4 Städten über spontan organisierte Protestaktionen wie in Künzelsau am 7.Juli 2012 bis hin zu einem vollen Bus, der am 6. Oktober 2012 aus Heilbronn nach Göppingen zu den Aktionen gegen den Naziaufmarsch fuhr. Auch direktes Vorgehen gegen Faschisten und ihre Infrastruktur wie der Farbangriff im Juli 2012 gegen einen Heilbronner Waffenladen, der am Verkauf von „Thor Steinar“- Klamotten festhält, gehören selbstverständlich zum antifaschistischen Widerstand dazu.
Neben diesen Aktivitäten etablierte sich das „Offene Antifaschistische Treffen“ (OAT) weiter als fester Anlaufpunkt für alle, die sich in der Region gegen Nazis engagieren wollen und „Heilbronn stellt sich quer“ schaffte erfolgreich den Sprung von einem „1.Mai- Blockadebündnis“ zu einem kontinuierlichen, spektrenübergreifenden Bündnis in der Stadt. Mit dem Kauf eines eigenen Hauses für das „Soziale Zentrum Käthe“ in der Heilbronner Innenstadt hat außerdem die linke Infrastruktur in der Stadt eine neue Qualität erreicht.

An diese Erfolge gilt es, auch 2013 anzuknüpfen und noch mehr Aktivismus mit noch mehr Menschen gegen die Faschisten und ihre Strukturen zu entwickeln. Besonders im Hinblick auf die bereits gestarteten Hetzkampagnen der lokalen rechten Szene gegen den geplanten Moscheebau muss rechtzeitig mit der Vorbereitung antifaschistischer Interventionen begonnen werden. Unerlässlich ist es außerdem, neben breiten Bündnissen, spontanen Zusammenschlüssen und offenen Treffen am Aufbau einer Kontinuität garantierenden und handlungsfähigen antifaschistischen Organisation weiterzuarbeiten.

Für einen starken antifaschistischen Widerstand 2013!
Gemeinsam kämpfen gegen Nazis und Rassisten!

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