„Heilbronn stellt sich quer“: 300 Menschen umzingeln Nazi-Kundgebung

Heilbronn stellt sich quer!Rund 300 Menschen aus verschiedenen Spektren haben heute gegen eine Kundgebung der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) und der „Freien Nationalisten Heilbronn“ (FN Heilbronn) auf dem Berliner Platz in Heilbronn protestiert. Das Bündnis „Heilbronn stellt sich quer“ hatte unter dem Motto „Kein Platz für Nazis!“ zu Gegenaktionen aufgerufen. Zwischen 20 und 25 Faschisten wurden von der Polizei in einem Linienbus direkt zum Kundgebungsplatz eskortiert und auf den Platz geleitet.

Eine spontane Sitzblockade von Antifaschistinnen und Antifaschisten vor dem Theater konnte nicht verhindern, dass die Nazis zu ihrem Kundgebungsort gelangten. Ein massives Polizeiaufgebot von mehreren hundert Einsatzkräften schränkte den Handlungsspielraum der Nazigegnerinnen und Nazigegner stark ein, so dass die Anreise der Nazis nicht effektiv gestört werden konnte. Einige Aktivistinnen und Aktivisten hatten es allerdings bereits am Vormittag geschafft, mit einem Transparent direkt auf den Kundgebungsort zu kommen. Sie wurden schnell von der Polizei abgedrängt und erhielten schriftliche Platzverweise.

Von den Redebeträgen der Nazis, darunter der baden-württembergische NPD-Landesvorsitzende Alexander Neidlein, war nichts zu hören, da die Nazigegnerinnen und Nazigegner mit Trillerpfeifen, Tröten und Sprechchören durchgehend ohrenbetäubenden antifaschistischen Lärm produzierten. Hinzu kam, dass die Nazis technische Schwierigkeiten mit einer ausgefallenen Lautsprecheranlage und einem schlecht funktionierenden Megafon hatten.

Die sichtlich genervten Faschisten forderten deshalb von der Polizei ein Vorgehen gegen die lärmenden Antifaschistinnen und Antifaschisten. Und tatsächlich kesselte die Bereitschaftspolizei daraufhin eine Gruppe von ca. 40 Nazigegnerinnen und Nazigegnern ein und versuchte, diesen Pfeifen und Tröten abzunehmen. Der Kessel, in dem sich auch Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates und des Kreistags befanden, wurde erst wieder aufgelöst, als die Nazis im Bus unter Polizeischutz die Innenstadt verlassen hatten.

Auch wenn es nicht gelungen ist, die heutige Kundgebung der Nazis durch Zivilen Ungehorsam zu verhindern, konnte ein lebendiger, lautstarker und breit getragener Protest wie bereits bei der NPD-Kundgebung in Heilbronn im August 2013 die Außenwirkung der Nazi-Aktion zunichte machen.

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